Bundestraining der Physikolympiade

19.04.2022

Vor Ostern fand ein zweiwöchiger Trainingskurs für 13 Schüler*innen aus ganz Österreich an der Fakultät für Physik statt. Täglich wurde Physik gelernt, um die Talentiertesten auf den finalen österreichischen Wettbewerb vorzubereiten, über den man sich für internationale Wettbewerbe qualifizieren kann.

Nach zwei Jahren pandemiebedingter Absagen und Onlinekurse konnte dank der Unterstützung der Fakultät für Physik und in Zusammenarbeit mit den BG9, Glasergasse, wieder ein Bundestraining der Physikolympiade in Präsenz stattfinden. Mit großer Begeisterung und schierer Freude, sich unter Gleichgesinnten bewegen zu können, absolvierten heuer 13 Jugendliche aus ganz Österreich ein zweiwöchiges Training. Jeden Tag gab es vormittags und nachmittags je vier Einheiten Physik, samstags nur am Vormittag. Trainiert wurden theoretische und – wo durchführbar – experimentelle Fähigkeiten, vor allem aus den Gebieten der klassischen Physik, aber auch der Relativitätstheorie und der Quantenphysik. Als Trainer*innen fungieren Lehrpersonen aus dem schulischen Umfeld, die teilweise aus den Bundesländern zum Training angereist sind.

Das Freizeitprogramm beinhaltete unter anderem eine Führung durch die Labore der Quantenoptik (Gruppe Arndt) und hatte einen festlichen Höhepunkt mit der Einladung durch die Fakultät zu einem Pizzaessen im Beisein des Vizedekans Prof. Arndt. 

In der Vergangenheit waren die österreichischen Schülerinnen und Schüler bei den Experimenten in internationalen Wettbewerben oftmals Weltspitze, was aber unter den pandemiebedingt mangelnden Trainingsmöglichkeiten etwas gelitten zu haben scheint. Hier wurde durch forciertes Training versucht, in diesen zwei Wochen Lücken zu schließen. Die heurige Mannschaft besteht aus Jugendlichen, die allesamt noch keine internationale Erfahrung besitzen, worauf beim Training besondere Rücksicht genommen wurde. Da die Physikolympiade ein Einzelwettbewerb ist, wurde immer wieder Raum gegeben, sich nach einem Input zum Thema alleine mit einem Problem zu beschäftigen. Allerdings ist der danach folgende Austausch in der Peergruppe über Ansätze, Lösungsmöglichkeiten und Schwierigkeiten ein überaus wichtiger Faktor, durch den die Jugendlichen unter Begleitung der Trainer*innen viel voneinander lernen können, in kognitiver wie in nicht-kognitiver Hinsicht. Durch (teilweise sehr) kritisches Nachfragen pushen die Jugendlichen einander in physikalischer Hinsicht, wobei abseits der Aufgaben eine wertschätzende und amikale Atmosphäre spürbar ist. Im Rahmen dieser Kurse ist es schon passiert, dass der eine oder die andere abends im Hotel von den älteren Teilnehmer*innen schnell mal das Integrieren lernt.

Die Physikolympiade Österreich ist ein Wettbewerb für Jugendliche der Oberstufe, veranstaltet vom BMBWF, der in Stufen organisiert ist, beginnend mit Kursen an einigen Schulen. Jährlich nehmen etwa 700 Jugendliche daran teil, von denen sich die besten 14 für das Bundestraining qualifizieren. In einem abschließenden Wettbewerb werden dann die je fünf Vertreter*innen Österreichs für die Europäische und die Internationale Physikolympiade ermittelt.

Marianne Korner, Bundestrainerin der Physikolympiade und Teamleaderin der Nationalmannschaft

Schülerinnen und Schüler beim Bearbeiten theoretischer Aufgabenstellungen in den Räumen des Schulversuchspraktikums. Beratungen in der Peergruppe. © M. Korner
Abschlussfoto nach 11 Trainingstagen: Schülerinnen und Schüler der Physikolympiade. © M. Korner